Key updates
André Stahl

Behörden: Drei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilte der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei seien eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden. In der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff in der an der Grenze liegenden Siedlung Belaja Berjoska zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. 

Süleyman Artiisik

Luftangriffe: Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen

Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagt Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nennt er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen. 
"Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben", so der Gouverneur. Er veröffentlicht Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können.
Süleyman Artiisik

Westliche Diplomaten dringen in Moskau auf Ukraine-Gespräche 

Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben im russischen Außenministerium für direkte Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs geworben. Bei dem Treffen mit dem stellvertretenden Außenminister Michail Galusin sei es auch um die Unterstützung der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas gegangen.

Kanzler Friedrich Merz, der britische Premier Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Selenskyj hatten sich zuvor in London getroffen und Kremlchef Wladimir Putin zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen. Das russische Außenministerium teilte nach dem Gespräch mit, den Diplomaten sei eine "objektive Einschätzung der destruktiven Politik ihrer Führungen" dargelegt worden – diese ziele darauf, Kiew zur Fortsetzung des Kriegs anzutreiben.
Marie Kerres

Ökonomen sehen Russlands Wirtschaft am Limit

Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine gerät Russlands Wirtschaft laut einem Bericht von Ökonomen an ihre Grenzen. Moskau habe seine Geldreserven fast vollständig verbraucht - die Wirtschaft stehe im "Endstadium", heißt es im "Kiel Report" des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholmer Institute of Transition Economics.

"In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten, doch nun sind die Reserven aufgebraucht", sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Das Wirtschaftswachstum sei zum Stillstand gekommen, während die Abhängigkeit von China wachse. Höhere Ölpreise durch den Krieg am Golf dürften hingegen wohl nur vorübergehende Effekte haben.
Foto: Markus Scholz/dpa
Marie Kerres

Lage für ukrainische Truppen bei Kostjantyniwka kritisch 

Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. "Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist", sagt Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske

Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. "Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert". 
Marie Kerres

Merz sichert Ukraine weitere Unterstützung zu 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Ukraine vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs die weitere Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. Das Ziel bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden, "der auch unsere Sicherheitsinteressen berücksichtigt", sagt er in einer Regierungserklärung im Bundestag. Dafür unterstütze man die Ukraine. 
Wir haben das gestern getan, wir tun das heute und wir tun das morgen, solange wie es notwendig ist.
Bundeskanzler Friedrich Merz
Marie Kerres

Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom 

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilt die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

"Die Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig", sagt die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung. Russland hat das AKW in den ersten Kriegstagen 2022 erobert und hält es seither besetzt. Wegen der Kriegshandlungen wurde die Nuklearanlage heruntergefahren. 
Foto: -/dpa/AP
Marie Kerres

Raffinerie in Südrussland nach Drohnenattacke beschädigt 

Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der städtischen Siedlung Afipski unweit der südrussischen Millionenstadt Krasnodar mit Drohnen angegriffen und in Brand gesetzt. Die Flammen in der Anlage seien am Morgen gelöscht worden, teilt der Krisenstab der Region Krasnodar mit. "Verletzte hat es nicht gegeben", heißt es. 

Derweil schreibt Gouverneur Wenjamin Kondratjew auf seinem Telegram-Kanal, es gebe drei Verletzte in der Region durch Drohnenangriffe. Sie seien durch herabfallende Trümmerteile auf Wohnhäuser zu Schaden gekommen.
Foto: ---/dpa/AP
Maike Eilert

Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine

In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schreibt der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.
Julian Busch

Wadephul wirbt bei EU-Beitrittsverfahren für Kiew um Geduld

Außenminister Johann Wadephul hat sich zuversichtlich über einen raschen Beginn des EU-Beitrittsverfahrens für die Ukraine geäußert, zugleich aber um Geduld geworben. "Wir haben jetzt nach einer Zeit langen Wartens jede Geduld dafür, dass dieser Prozess in aller Ruhe und Sorgfalt zu Ende geführt wird", sagt der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner ungarischen Amtskollegin Anita Orbán in Berlin. "Ich bin optimistisch, dass das bald geschehen kann", fügt er hinzu.

Man sei in der Schlussphase der Verhandlungen über die Eröffnung der Verhandlungen, sagt Wadephul. "Aber das machen wir, nachdem der politische Weg jetzt sehr positiv aussieht, in aller Sorgfalt und ohne irgendeine Hektik, weil die gar nicht nötig ist." Im EU-Außenministerrat am kommenden Montag werde man die weiteren Themen besprechen und vor allem den EU-Gipfel Ende der Woche vorbereiten.
Johann Wadephul (CDU), Außenminister.
Johann Wadephul (CDU), Außenminister. Foto: Elisa Schu/dpa
Sebastian Kramer

EU-Kommission: Etat für 2027 im Zeichen von Verteidigung

Die EU-Kommission will im kommenden Jahr mehr Geld aus dem EU-Gemeinschaftshaushalt in Aufrüstung stecken. Mehr als drei Milliarden Euro sollen nach Willen der Brüsseler Behörde im kommenden Jahr für den Bereich Sicherheit und Verteidigung bereitgestellt werden, wie aus ihrem Haushaltsvorschlag hervorgeht. Außerdem soll die Wettbewerbsfähigkeit der Staatengemeinschaft im Fokus stehen: Fast 22 Milliarden Euro sollen demnach in die Bereiche Binnenmarkt, Innovation und Digitales fließen. Auch die Ukraine soll umfangreich unterstützt werden. Insgesamt soll das Budget für 2027 der Kommission zufolge rund 200 Milliarden Euro umfassen.

Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen sich nun zu dem Etatvorschlag positionieren und sich auf einen Haushalt verständigen. Das diesjährige EU-Budget umfasst rund 190 Milliarden Euro.
Fahnen mit dem Logo der Europäischen Union wehen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission im Wind.
Fahnen mit dem Logo der Europäischen Union wehen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission im Wind. . Foto: Elisa Schu/dpa
Süleyman Artiisik

Litauen kauft Militärfahrzeuge aus Deutschland

Die litauische Armee will ihren Fuhrpark mit Militärfahrzeugen aus Deutschland aufrüsten. Zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit werden die Streitkräfte des baltischen EU- und Nato-Landes Speziallastwagen von Daimler Truck und Geländewagen von Mercedes Benz im Auftragswert von rund einer Milliarde Euro beziehen. Dazu wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Vilnius eine Vereinbarung mit dem lokalen Vertreter der deutschen Autobauer unterzeichnet. Die Auslieferung der Fahrzeuge der G-Klasse von Mercedes Benz sowie der Militärlaster-Modelle Zetros, Arocs und Unimog von Daimler Truck soll zwischen 2026 und 2032 erfolgen. Finanziert werden soll die Beschaffung teils mit Hilfe eines Rüstungskredits aus dem sogenannten Safe-Programm der EU, heißt es in der Mitteilung. 

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus. Der Krieg in der Ukraine wird in dem Baltenstaat als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit gesehen. Die Regierung in Vilnius hat daher die Militärausgaben erhöht und rüstet die Armee massiv auf. 
Foto: Katharina Kausche/dpa
Süleyman Artiisik

Ukrainische Luftangriffe bis tief hinein nach Russland 

Die ukrainische Armee hat in der Nacht Ziele tief in Russland mit Drohnen und Raketen angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet 326 abgefangene Drohnen – die Zahl ist nicht unabhängig überprüfbar, spricht aber für einen großangelegten Angriff. Getroffen wurde laut russischen Telegramkanälen unter anderem die Raffinerie von Samara an der Wolga; im Gebiet Wladimir wurden zwei Infrastrukturobjekte beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf dem Portal X die Angriffe auf diese Ziele. In Tscheboksary an der Wolga sprechen die russischen Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff. Dort wurde nach Angaben Selenskyjs ein Rüstungsunternehmen mit ukrainischen Marschflugkörpern des Typs FP-5 Flamingo beschossen. "Wir wenden weiter Langstreckensanktionen gegen russische Militärobjekte und die Ölindustrie an", schreibt er. 

In Sewastopol auf der annektierten Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein. Der Chef der Besatzungsverwaltung sprach von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung – was für die bisherigen ukrainischen Angriffsmuster allerdings untypisch wäre. Die russischen Angriffe trafen am schwersten die grenznahe Großstadt Charkiw: Die Regionalverwaltung meldet 26 Einschläge binnen kurzer Zeit und fünf Verletzte. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden seien. 
Süleyman Artiisik

Deutsche Panzerbrigade übt erstmals Gefecht in Litauen

Die neue deutsche Panzerbrigade in Litauen hat in dem baltischen Nato-Staat erstmals eine Gefechtsübung absolviert. Der Kommandeur, Brigadegeneral Christoph Huber, sieht darin einen wesentlichen Schritt zur Kriegstüchtigkeit, wie er der Deutschen Presse-Agentur auf dem Truppenübungsplatz Pabrade sagte. "Dabei lernen wir natürlich von dem, was wir sehen in der Ukraine."

Mit der Aufstellung der Brigade reagiert Deutschland auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Bis 2027 soll der Verband mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. Litauen grenzt an Russlands Verbündeten Belarus und an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad. Huber sagt: "Für uns als Panzerbrigade 45 'Litauen', als Teil der 10. Panzerdivision, ist es ganz, ganz wichtig, dass wir uns auf mögliche Konfliktszenarien, Gefechtsszenarien der Zukunft vorbereiten, nicht auf den Krieg der Vergangenheit."
"Freedom Shield 2026" – Übung der Panzerbrigade 45.
"Freedom Shield 2026" – Übung der Panzerbrigade 45. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Christoph Lignitz

Autobombe bei Moskau - Spekulationen um getöteten General

Unweit der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann durch eine Autobombe getötet worden. Die Explosion fand nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees am frühen Morgen in einem fahrenden BMW statt. Es sei ein Verfahren eingeleitet worden, wobei offen gelassen wurde, in welche Richtung ermittelt wird. Informationen der Tageszeitung Kommersant nach wurde die Bombe aus bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Boden des Wagens angebracht.

Unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger zufolge ist der Tote ein Oberst oder gar General der russischen Raketentruppen. Die mutmaßliche Adresse des 57-Jährigen in Balaschicha stand dabei bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren Feindliste der Ukraine. Im April 2025 starb bereits ein General des russischen Generalstabs in der Stadt am östlichen Stadtrand Moskaus durch eine Autobombe. Gegen Abend entschärften die Behörden zudem einen verdächtigen Gegenstand im Südwesten Moskaus durch eine gezielte Sprengung.