Wichtige Updates
Jerome Kayser
Jerome Kayser
Liebe Leserinnen und Leser,

der Grönland-Konflikt bleibt zwar angespannt, doch es gibt erste Signale der Deeskalation. Nach den zuletzt angedrohten US-Zöllen von US-Präsident Donald Trump und scharfen Reaktionen aus Europa zeichnet sich nun eine Phase intensiver Gespräche ab. Wie es politisch und wirtschaftlich weitergeht bleibt abzuwarten.

Wir beenden an dieser Stelle den Liveblog und danken Ihnen fürs Mitlesen und für Ihr Interesse. 
infocom-team-news@dpa.com

Dänischer Außenminister: "Der Sache die Dramatik nehmen"

In Washington hat das erste Treffen zwischen Vertretern aus Dänemark, USA und Grönland nach US-Präsident Donald Trumps Kehrtwende im Grönlandkonflikt stattgefunden. Das sagt der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge. Demnach habe das Treffen am Donnerstag stattgefunden. Wer daran teilnahm, sagt Løkke Rasmussen nicht.
In der vergangenen Woche war Løkke Rasmussen zusammen mit seiner grönländischen Kollegin Vivian Motzfeldt für ein Krisengespräch nach Washington gereist. Das Treffen hatte keine Einigung gebracht, jedoch kündigte Løkke Rasmussen danach eine Arbeitsgruppe an, die sich um eine Lösung des Konflikts bemühen solle. Bei dem Treffen in Washington sei nun ein Plan für das weitere Vorgehen der dänisch-grönländisch-amerikanischen Arbeitsgruppe entwickelt worden, so Løkke Rasmussen laut Ritzau. Wann die künftigen Treffen der Gruppe stattfinden werden, wolle man nicht ankündigen, erklärt der Außenminister. "Denn wir wollen der Sache die Dramatik nehmen. Jetzt brauchen wir einen ruhigen Prozess", meint Løkke Rasmussen demnach. 
Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen.
Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix/dpa/Archivbild
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Ischinger nennt Grönland-Debatte in Davos "Zirkus"  

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Wolfgang Ischinger, bezeichnet die Debatte um Grönland auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als "Zirkus". "Anders kann man es nicht nennen", sagt er im ZDF-"Morgenmagazin". Er kritisiert, dass die Energie, die die Europäer und Amerikaner eigentlich auf die Ukraine konzentrieren müssten, auf Grönland abgelenkt wurde.
"Da kann man nur sagen: Thema verfehlt", unterstrich Ischinger. "Wir hätten aus Davos ein Signal senden müssen an die russische Seite, dass jetzt endlich Schluss sein muss mit diesem Krieg." Stattdessen habe es einen internen westlichen Streit um Grönland gegeben, der "vollkommen unnötig" und "schädlich" sei. Transatlantisches Porzellan zwischen den Europäern und den Amerikanern sei ganz massiv beschädigt worden. Dennoch lobt der MSC-Vorsitzende den Weg, den die EU nun eingeschlagen habe. Diesen bezeichnet er als Doppelstrategie: Man müsse eine militärische Unabhängigkeit von den USA herstellen, den US-Präsidenten jedoch gleichzeitig auch an Bord halten. Schließlich könne man den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ohne ihn derzeit nicht beenden. 
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz: Wolfgang Ischinger.
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz: Wolfgang Ischinger. . Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild
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Klingbeil: Druck der Europäer hat Trump zum Rückzug gebracht 

Vizekanzler Lars Klingbeil führt die vorläufige Entschärfung des Grönland-Konflikts mit der US-Regierung auch darauf zurück, dass die Europäer nicht unter dem Druck von Präsident Donald Trump eingeknickt seien. "Der Druck, der in den USA entstanden ist und der Druck, der von Europa kam, das alles hat dazu geführt, dass Präsident Trump jetzt auch ein bisschen den Rückzug begonnen hat", sagt der SPD-Politiker im Berlin Playbook Podcast des Nachrichtenmagazins Politico. Andere Stimmen hingegen sprechen von einem Patt oder sehen Trump gar als Sieger des Konflikts, da er mit seinem radikalen Kurs schon jetzt Zugeständnisse an die USA erzwungen habe, die vorher undenkbar gewesen wären.
Zugleich warnt Klingbeil davor, zu früh aufzuatmen. "Wer jetzt meint in Europa, dass man sich zufrieden zurücklehnt und sagt, es ist ja alles noch einmal gut gegangen, der hat nicht verstanden, worum es gerade geht", so der Finanzminister. Die Europäer müssten das - vor Trumps Amtsantritt traditionell enge - Verhältnis zu den USA schützen und dabei zweigleisig fahren, mahnte er. "Das eine ist, wir müssen die Hand jederzeit ausgestreckt halten. Und wir dürfen von unserer Seite das transatlantische Verhältnis nie kaputt machen, nicht gefährden."
US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Nina von Schweinitz

Von der Leyen räumt ein: Zu wenig in Grönland investiert

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA Fehler der Europäer im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. "Wir haben gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis investiert", sagt die deutsche Politikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Daher sei es jetzt höchste Zeit, einen Gang höher zu schalten.

Von der Leyen äußert sich angesichts der jüngsten Verschärfung des Konflikts mit US-Präsident Donald Trump, der Grönland am liebsten den Vereinigten Staaten einverleiben würde. Trump hatte seinen Besitzanspruch mit sicherheitspolitischen Überlegungen begründet. Von der Leyen erklärt, bei diesen Fragen die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vertiefen zu wollen, aber auch die mit Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen Partnern. "Das ist zu einer echten geopolitischen Notwendigkeit geworden", sagt sie.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, spricht bei einer Medienkonferenz zum Abschluss eines EU-Gipfels.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, spricht bei einer Medienkonferenz zum Abschluss eines EU-Gipfels. Foto: Omar Havana/dpa/AP
Julian Busch

Grönland-Konflikt: Dänemark bedankt sich bei Partnern

Nach der überraschenden Deeskalation von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt hat sich Dänemark bei seinen europäischen Partnern für die Rückendeckung bedankt. "Ich möchte deutlich machen, wie dankbar wir im Königreich Dänemark – einschließlich Grönland – sind für all die Unterstützung, die wir aus ganz Europa erhalten haben", sagt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei einem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel.

Die Unterstützung sei in der sehr schwierigen Situation, in die das Land gebracht worden sei, von enormer Bedeutung gewesen, so Frederiksen. Wenn Europa zusammen und für sich selbst einstehe, würden sich Ergebnisse zeigen.
„Ich glaube, wir haben in den letzten Tagen und Wochen etwas gelernt. Nun wollen wir selbstverständlich eine Lösung finden.“
Mette Frederiksen
Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark.
Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark. Foto: Michael Kappeler/dpa
Julian Busch

Merz sieht Einlenken Trumps als Erfolg Europas

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt als Erfolg Europas gewertet. "Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können", sagt er zum Auftakt des EU-Gipfels in Brüssel. "Ich bin sehr dankbar, dass Präsident Trump Abstand genommen hat, von seinen ursprünglichen Plänen Grönland zu übernehmen."

Trotzdem müssten die Europäer nun Konsequenzen ziehen und ihre Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken. "Die Europäische Union, der europäische Teil der Nato, muss in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen", sagt er.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Foto: Michael Kappeler/dpa
Julian Busch

Klingbeil: Grönland-Vereinbarung ist Anfang von Gesprächen

Vizekanzler Lars Klingbeil sieht das Thema Grönland mit der Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und Nato-Chef Mark Rutte noch nicht erledigt. "Das ist der Anfang von Gesprächen und nicht das Ende", sagt der SPD-Politiker auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Vom Tisch seien die Androhung von militärischer Gewalt und die Idee, Grönland zum Teil der USA zu machen. Über andere Dinge, wie etwa Rohstoffe, könne man nun noch reden. 

Europa habe nun aber hoffentlich verstanden, dass Reformen nötig seien, betont Klingbeil. Der Kontinent müsse eine neue Kraft entwickeln. Im Kreise der EU-Finanzminister wolle er nun nicht nur über eine Vertiefung des Binnenmarkts reden, sondern auch über den Zugang zu Rohstoffen und seltenen Erden sowie Verteidigungsfinanzierung.
Lars Klingbeil (SPD).
Lars Klingbeil (SPD). Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Julian Busch

Wadephul setzt nach Grönland-Wende Trumps auf rasche Lösung

Außenminister Johann Wadephul hat die Wende von US-Präsident Donald Trump bei dessen Plänen zur Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland begrüßt. "Ich setze jetzt darauf, dass das Königreich Dänemark, Grönland und die Vereinigten Staaten die Einzelheiten sehr schnell und effektiv aushandeln werden", sagt der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem äthiopischen Kollegen Gedion Timothewos in der Hauptstadt Addis Abeba. Trump hatte zuvor Zolldrohungen gegen Deutschland und andere europäische Unterstützer Dänemarks zurückgenommen. 

"Die Lösung, die jetzt für die Grönlandfrage gefunden ist, ist exakt diejenige, für die die Bundesregierung von Anfang an eingetreten ist", sagt Wadephul. 
Johann Wadephul (CDU).
Johann Wadephul (CDU). Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Julian Busch

Trotz Trump-Wende: EU-Parlament wartet bei Zolldeal ab

Trotz der Rücknahme der Zollandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder bleibt es im EU-Parlament vorerst bei dem Umsetzungsstopp des im vergangenen Jahr vereinbarten Zollabkommens mit den USA.

Wie es mit dem Abkommen weitergehe, könne man erst beurteilen, wenn es Details zu der von Trump angekündigten Rahmenvereinbarung über Grönland und die Arktisregion gebe, teilt der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange, mit.
Bernd Lange (SPD).
Bernd Lange (SPD). Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archiv
Julian Busch

Starmer zu Grönland-Einigung: Harter Teil liegt noch vor uns

Der britische Premier Keir Starmer sieht den schwierigsten Teil bei der Einigung im Streit um Grönland noch nicht bewältigt. "Die eigentliche harte Arbeit besteht nun darin, einen besseren Weg nach vorn in der Frage zu finden, über die wir uns alle einig sind – der Sicherheit in der Arktis", sagt Starmer vor einem Gespräch mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf seinem Landsitz Chequers.

Das sei das nächste Kapitel, so Starmer. Er freue sich darauf, mit Frederiksen zu beraten, wie man die entscheidenden Schritte auf diesem Weg nehme.
UK-Premierminister Sir Keir Starmer (r.) und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.
UK-Premierminister Sir Keir Starmer (r.) und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Foto: Stefan Rousseau/dpa/PA Wire
Julian Busch

Trump über Grönland-Pläne: Werden alles kostenlos bekommen

US-Präsident Donald Trump geht bei den erwarteten Gesprächen über Grönland davon aus, dass die USA einen unbegrenzten und dauerhaften Zugriff auf die weltgrößte Insel bekommen. Die Details müssten noch verhandelt werden, sagt er im Gespräch mit dem US-Sender Fox Business.

"Aber im Wesentlichen geht es um uneingeschränkten Zugang. Es gibt kein Ende, keine zeitliche Begrenzung." Dem Republikaner zufolge solle eine Übereinkunft darauf hinauslaufen, dass die USA "alles bekommen, was wir wollen, kostenlos." Trump erläutert im Gespräch mit Fox Business weiter, dass auf Grönland ein Teil seines "Golden Dome" gebaut werden solle. Eine Installation auf der Insel sei wichtig, da "alles" über Grönland fliege. 
US-Präsident Donald Trump gestikuliert.
US-Präsident Donald Trump gestikuliert. Foto: Laurent Gillieron/dpa/KEYSTONE
infocom-team-news@dpa.com

Dänemark: Verhandeln nicht über unsere Souveränität 

Im Streit über den widerrechtlichen Besitzanspruch der US-Regierung auf Grönland will Dänemark, zu dem die Arktisinsel gehört, nicht über Fragen der staatlichen Souveränität verhandeln. Das stellt Regierungschefin Mette Frederiksen in einer Mitteilung klar. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte von einer Verabredung über ein mögliches Abkommen zum Grönland-Konflikt gesprochen.
"Die Nato ist sich der Position des Königreichs Dänemark voll bewusst", sagt Frederiksen laut der Mitteilung. "Wir können über alles Politische verhandeln: Sicherheit, Investitionen, Ökonomie. Aber wir können nicht über unsere Souveränität verhandeln. Ich bin darüber informiert worden, dass das auch nicht der Fall gewesen ist." 
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Foto: Thomas Traasdahl/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa/Archivbild
Daniel Mollitor

Merz beendet Rede

Merz beendet seine Rede. Eine Fragerunde mit dem norwegischen Außenminister Børge Brende schließt sich an.
Foto: Markus Schreiber/dpa/AP
Daniel Mollitor

Merz: Machen Deutschland zukunftsfest

Man werde Deutschland wieder wettbewerbsfähig als Standort für Wirtschaft und Investitionen machen, so Merz – sowohl für die Industrie als auch für unsere vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Energiekosten sollen weiter sinken, die Infrastruktur werde modernisiert.  Im Zentrum stehe die digitale Transformation. Künstliche Intelligenz brauche industriellen Maßstab. 
„Wer immer in die Zukunft investieren will - Sie werden in Deutschland einen starken Partner finden.“